Konstruktive Kritik gibt es nicht
Immer wieder ist gerade in Unternehmen die Rede von konstruktiver Kritik. Doch diese gibt es als solches nicht. Es gibt sehr wohl ein konstruktives Feedback, jedoch ist eine Kritik immer etwas Negatives, was den anderen eher demotiviert, denn motiviert. Als Unternehmer, als Arbeitgeber mit Personalverantwortung sollte man sich diesen Unterschied immer wieder ins Gedächtnis rufen. Denn wer sein Personal nur kritisiert, der wird auf Dauer nicht viel damit erreichen, wer jedoch in regelmäßigen Abständen Mitarbeitergespräche führt und dabei konstruktives Feedback gibt, wie Experten es gerne bezeichnen, der wird auf Dauer sowohl motivierte, als auch eigenverantwortlich arbeitende Mitarbeiter im eigenen Unternehmen erleben.
Doch wie genau spricht man einen Fehler des Mitarbeiters an? Zunächst einmal sollte man etwas Zeit damit verbringen, sich zu beruhigen. Viele Vorgesetzte neigen dazu, den Fehler sofort anzusprechen, und zwar zu einem Zeitpunkt, an dem der Fehler gerade aufgefallen ist. Dieses ist jedoch der denkbar schlechteste Zeitpunkt, einfach aus dem Grund, weil man sich noch über den Fehler aufregt. Das Feedback, welches man Mitarbeitern geben will, sollte nicht in einem Zustand der Wut, Verärgerung oder Aufregung gegeben werden, denn dann wird man den anderen nur verletzen. Sicher wird dieser seine Fehler einsehen, aber aus Angst und nicht, weil er es wirklich versteht. Deshalb gilt hier, sich erst einmal zu beruhigen, eine Nacht darüber zu schlafen und das Ganze dann erneut anzugehen.
Ebenfalls sollte ein Feedback Gespräch nicht wochenlang vorher angekündigt werden. In diesem Fall und wenn die Türen dann noch bedeutsam geschlossen werden, kommt nur unnötig Angst im Mitarbeiter auf. Viel wichtiger ist es, dass man auf einen möglichst natürlichen Gesprächsverlauf und auch einen natürlichen, ungezwungenen Beginn des Gesprächs achtet. Hat der Versandmitarbeiter die Kartons falsch gepackt, so sollte man ihm nicht einfach pauschal sagen, er sei nicht in der Lage, seiner Arbeit nachzugehen, sondern vielmehr sollte man konkrete Beispiele anführen. Wichtig ist es auch, dass man das Feedback nicht in Form von „Du-Botschaften“, sondern vielmehr in Form von „Ich-Botschaften“ verpackt. Auf diese Weise fühlt sich der betreffende Mitarbeiter nicht sofort in die Ecke gedrängt und eingeschüchtert, sondern vielmehr kann er in Ruhe auf die Fragen und Wünsche des Vorgesetzten eingehen und diesen bitten, ihm zu erklären, was er denn genau falsch gemacht hätte.
Erst wenn es zu einer tatsächlichen Einsicht der Fehler kommt, kann der Vorgesetzte davon ausgehen, dass der Mitarbeiter sich künftig bemühen wird, diese Fehler abzuschalten. Denn grundsätzlich ist es so, dass man hier doch den einen oder anderen Fehler einfach unbedacht gemacht hat und sich nach einem Feedback, welches fair und mit dem notwendigen Fingerspitzengefühl vorgebracht wurde, selbst einmal ein paar Gedanken macht, wie man den Fehler in Zukunft vermeiden kann. Langfristig gesehen hat man so die besten Möglichkeiten, Fehler bei den Mitarbeitern voll und ganz auszuschließen. Denn nur, wer motiviert ans Werk geht, wem nicht sofort der Kopf abgerissen wird, wenn einmal ein Fehler unterläuft, der kann auch alles daran setzen, derartige Fehler in Zukunft zu vermeiden. Wichtig ist eine faire und reibungslose Kommunikation im Unternehmen.
Wer dauerhaft erfolgreich sein will, der sollte sich diese wenigen und einfach zu merkenden Taktiken für die Kritik an Mitarbeitern einfach einmal durch den Kopf gehen lassen. Denn zum Einen lassen sich so Fehler vermeiden, zum Anderen steigen die Motivation der Mitarbeiter und damit automatisch auch deren Produktivität, sodass das Ganze dem Unternehmen dauerhaft zu Gute kommt. Abgesehen davon ergibt sich durch ein faires Miteinander im Betrieb auch durchaus eine gewisse Loyalität dem Arbeitgeber gegenüber. Eine ständige Fluktuation der Mitarbeiter kann so vermieden werden und man weiß ganz genau, dass man sich auf das Stammpersonal verlassen kann. Dafür muss man aber eben für Zufriedenheit und Fairness im Unternehmen sorgen.
