Privatdetektiv oder Ermittler in eigener Sache?

Manchmal gibt es Lebenssituationen, in denen man etwas erfahren möchte, was man durch einfaches Fragen nicht herausfinden kann. Dann wird man zum Ermittler in eigener Sache oder beauftragt einen Privatdetektiv, der die Sache dann in die Hand nimmt.

Als kleines Beispiel nimmt man einmal nur eine Hochzeit in einer sehr reichen Familie. Hier kann es durchaus vorkommen, dass die zukünftigen Schwiegereltern genauestens wissen wollen, welche Frau ihr Sohn, der nicht nur eine Menge Geld erben wird, sondern auch einmal in die Fußstapfen des Vaters als Firmenchef eines ansehnlichen Imperiums treten soll, da in die Familie holt. Ein gesundes Misstrauen ist hier nicht unangebracht, denn nicht immer ist es die reine Liebe zum Sohn, die die Schwiegertochter in Spe da in die Hochzeit einwilligen lässt. Natürlich ist auch ein gewisser Ruf erforderlich, wenn man sich in gewissen Kreisen bewegt. Hier kommt also ein Ermittler, ob nun aus den eigenen Reihen oder aus einem Detektivbüro zum Einsatz, der der Schwiegertochter und ihrer Vergangenheit einmal auf den Zahn fühlt. Ob man letztendlich den Sohn zur Vernunft bringen kann, wenn sich wirklich Schatten in der Vergangenheit oder in den Absichten bewahrheiten, bleibt abzuwarten; zumindest kann man aber die nötigen Konsequenzen, zum Beispiel im Hinblick auf die Firmenübernahme, in die Wege leiten. Manchmal reicht es ja auch, auf einen Ehevertrag zu bestehen.

Auch in Erbsachen kommen manchmal Ermittler zum Einsatz. Sie suchen nach Verwandten, die im Testament vorkommen, über deren Wohnsitz aber niemand mehr etwas sagen kann. Oft sind Streitigkeiten in der Familie der Anlass, warum sich nächste Verwandte aus den Augen verlieren, und ein Bruder beispielsweise nicht weiß, wo sich seine Schwester gerade aufhält, ob sie verheiratet ist und ob sie Kinder hat. Da das Testament meistens erst eröffnet werden kann, sollte man tunlichst einen Ermittler auf den Weg schicken, der nach den Angehörigen forscht.

Ermittler werden oft auch gebraucht, wenn Mieter sich sang- und klanglos aus dem Staub gemacht haben, und dem Vermieter nichts anderes hinterlassen haben, als einen Berg Schulden, die sie durch das Nichtbezahlen der Miete angehäuft haben. In Nacht- und Nebelaktionen verschwinden sie auf Nimmerwiedersehen, um den Schulden und den Maßnahmen des einstigen Vermieters beziehungsweise der Gerichte entkommen zu können. Je nachdem, wie viel Schulden sich angehäuft haben, lohnt es sich durchaus, einen Ermittler aus einer privaten Detektei zu beauftragen, nach den Leuten zu suchen. Findet man sie, kann man wenigstens versuchen, durch Pfändungen an sein Geld zu kommen. Unternimmt man nichts, kann man das Geld, das einem eigentlich zugestanden wäre, abschreiben. Natürlich lohnt sich der Einsatz vom Ermittler erst ab einer gewissen Summe, die die Mieter schuldig geblieben sind.

Ob man nun einen Ermittler beauftragt, oder die Angelegenheit selbst zu regeln versucht, muss man selbst entscheiden. Aspekte bei dieser Entscheidung werden wohl die Zeit, die man selbst zur Verfügung hat, aber auch die Schwierigkeit der Situation, die es zu lösen gilt, sein. Auch finanziell sollte man sich den Ermittler leisten können, beziehungsweise die Ergebnisse seiner Arbeit müssen in einem gewissen Verhältnis zu den Kosten stehen, die man zu bezahlen haben wird.

Sicher haben die Ermittler, die in ihren Büros die Aufträge der Kunden annehmen, ganz andere Connections, durch die sie Zugriff auf Informationen haben, die einem normalen Menschen verborgen bleiben. Die Quellen werden die Detektive nicht preisgeben, dazu besteht aber auch keine Veranlassung, denn für den Kunden zählt, was der Ermittler herausgefunden hat, nicht, wie er dies bewerkstelligen konnte. Die eine oder andere Information wird sicher auf nicht vollständig legitime Art und Weise aus geheimen Quellen bezogen; dies ist jedoch ganz allein die Sache des Detektivs. Verschwiegenheit, die Fähigkeit, eine Situation einschätzen zu können und Geduld sind die wichtigsten Eigenschaften für jeden Ermittler, ob nun privat oder beruflich.