Innere Kündigung ? was tun?

Immer mehr Menschen haben ihren Job nach aktuellen Studien bereits abgeschrieben. Fehlende Motivation, eine zu geringe Bezahlung, sowie Kollegen, mit denen man sich nicht wohl fühlt und Aufgaben, die einen nicht wirklich fordern können der Grund dafür sein. Nun ist es sicher so, dass der Spaß an der Arbeit nicht immer vorhanden sein kann, dies stellt quasi schon ein Naturgesetz dar. Allerdings sollte man auch nicht zu hohe Erwartungen an die eigene Tätigkeit stellen, so Experten. Wer sich mit anderen messen will, der sollte realistische Gehaltsvergleiche ziehen, anstatt sich selbst mit einem Manager zu vergleichen, der deutlich mehr Verantwortung zu tragen hat oder mit einem Mitarbeiter, der zwar die gleichen Aufgaben erfüllen muss, aber in einer völlig anderen Branche, einer anderen Unternehmensgröße usw.

Während der Zustand der inneren Kündigung bereits für Arbeitnehmer alles andere als einfach ist, bedeutet er für den Arbeitgeber einen reellen Verlust. Denn grundsätzlich gilt, Mitarbeiter, die nicht ausreichend motiviert sind, die eigentlich schon mit dem Job und dem Unternehmen abgeschlossen haben, werden auch nicht mehr die volle Leistung bringen. Denn dafür fehlt einfach die Motivation.

Für den Arbeitgeber bedeutet dies, er muss sich etwas einfallen lassen, um die Mitarbeiter wieder mehr zu motivieren und demzufolge auch mehr Leistung erwarten zu können, doch welche Möglichkeiten hat er? Eine Gehaltserhöhung beispielsweise ist in der aktuellen wirtschaftlichen Lage wohl kaum möglich, denn diese würde einfach die finanziellen Mittel des Betriebs sprengen, bedenkt man, dass man eine solche Erhöhung auch dauerhaft finanzieren können muss. Zudem ist nur für die wenigsten Arbeitnehmer das Geld der ausschlaggebende Punkt. Es geht um die Freude an der Arbeit und hier kann der Arbeitgeber doch einiges tun, um seine Arbeitnehmer besser zu motivieren.

Ein typisches Beispiel wäre mehr Anerkennung für die Mitarbeiter. Das heißt, dass man einfach einmal ein Lob ausspricht, wenn eine Aufgabe besonders gut, schnell oder erfolgreich gemeistert wurde. Das betriebliche Vorschlagswesen ist ein weiterer Punkt, der Mitarbeiter deutlich motivieren kann. Hierbei können die Mitarbeiter selbst Vorschläge einbringen, mit deren Hilfe man beispielsweise die Abläufe im Unternehmen selbst optimieren kann. Dabei ist eine Anerkennung des Mitarbeiters, zum Beispiel in Form einer kleinen Prämie, durchaus üblich und sinnvoll. Zusätzlich kann man mit Betriebsfesten für mehr Zusammenhalt in der Belegschaft sorgen, ein Blumenstrauß zum Geburtstag ist eine kleine Geste, die eine große Wirkung mit sich bringen kann usw.

Mit Hilfe vieler kleiner Dinge kann man die Mitarbeiter wieder viel mehr motivieren, als bisher. Auch wenn man bestimmten Mitarbeitern, die sich besonders gut in einem bestimmten Bereich auskennen, mehr Eigenverantwortung überträgt, sie vielleicht die eine oder andere Entscheidung selbst fällen lässt, kann dies erheblich motivierend wirken. So sollte man dem Mitarbeiter, der für den Einkauf von Tintenpatronen und anderem Büromaterial verantwortlich ist, durchaus die Freiheit lassen, zwischen verschiedenen Anbietern zu wählen. Denn nicht immer ist der Anbieter, den der Arbeitgeber vorgibt, der günstigste. Lässt man den Mitarbeiter hier etwas mehr Spielraum, fühlen diese sich zufriedener mit ihrem Job und können dem Unternehmen zudem noch einiges an Geld einsparen.

Gute Mitarbeiter sollten zudem auch Personalverantwortung übernehmen dürfen. Wer eine Abteilung bisher mehr oder minder alleine gemanaged hat, der sollte nicht aufgrund der Vergrößerung dieser einen Abteilungsleiter vor die Nase gesetzt bekommen, sondern diese Aufgabe selbst übernehmen. Schließlich weiß er selbst am besten, wie die einzelnen Arbeitsabläufe vonstatten gehen, welche Möglichkeiten es gibt, Prozesse zu optimieren oder wie die neuen Mitarbeiter eingearbeitet werden müssen. Ein Dritter muss sich erst selbst einen Überblick verschaffen und vom bisherigen Mitarbeiter angelernt werden, diesen als Vorgesetzten zu akzeptieren, dürfte wohl sehr schwer fallen. Insofern ist es immer besser, man strukturiert so um, dass die bereits bestehenden Mitarbeiter eine verantwortungsvolle Position im bisherigen Tätigkeitsfeld erhalten, die ihre Motivation einfach stärkt und auch die Loyalität zum Unternehmen teils deutlich steigern kann.